Feb 24th, 2007
Hundeschultag
Samstagnachmittag, kurz vor zwei: ungeachtet des eisigen Windes, trifft sich der Kurs von Familie & Hund heute im Hafen.
Während die Hundehalter in dicke Jacken, Mützen und Handschuhe gehüllt im Windschatten des Container-Aussichtsturms Schutz suchen, spielt eine kleine Gruppe Hunde unterschiedlichster Rassen und Altersgruppen zwischen ihnen und erkundet die nähere Umgebung. Fremde Gerüche der Schiffsmotoren, Spuren unbekannter Menschen und Hunde sowie des Wassers im nahen Hafenbecken erschrecken zunächst genauso wie das stete Surren der Containerbrücken im Hintergrund oder das Kreischen der Möwen, die ihre Kreise über der kleine Gruppe ziehen.
Immer wieder deutet die junge Trainerin, Sandra Koschke-Klawonn, auf einzelne Hunde und versucht ihren Kursteilnehmern das typische Verhalten und die Körpersprache der Hunde näher zu bringen.
Nachdem die Hunde so im Spiel die Gelegenheit hatten sich und die nähere Umgebung kennenzulernen, stehen scheinbar einfache Alltagssituationen wie das überqueren einer Brücke oder Treppensteigen auf dem Übungsplan. Ähnlich wie beim Menschen, wirken unbekannte Dinge und Situationen auf die Hunde beängstigend. Bewältigen sie solche Hindernisse erfolgreich, wird das Selbstvertrauen gestärkt und die Bindung zwischen Halter und Hund gefestigt.
Berner Sennenhündin Angel unterstützt Sandra tatkräftig und zeigt Hunden und Menschen, was von Ihnen erwartet wird.
Erstaunt erleben die Kursteilnehmer wie selbst mutige Hunde zögern sobald sie die erste Pfote auf die Brücke setzen und so manchem wird erst dann bewusst wie die Schritte hallen und der Boden für den Menschen kaum merklich mitschwingt. Kommt in diesem Moment noch ein Auto vorbei ist der Weg um so schwieriger. Auch der Blick über den Brückenrand auf die Wellen in der Tiefe beunruhigt.
Behutsam versuchen Trainerin und Halter auf die Schwierigkeiten der Hunde einzugehen und mit Lob und Leckerchen schafft es am Ende jeder auf die andere Seite.
Belohnt werden die fleißigen Schüler durch die Freude ihrer Menschen und ein kurzes Spiel mit den Artgenossen bevor es zur nächsten Aufgabe geht.
Denn auch die Treppe des Container-Aussichtsturms stellt eine Herausforderung dar. Nicht nur, weil die Schritte auf der Metalltreppe zwischen den Container laut widerhallen, sondern hauptsächlich durch die Gitterstufen. Für die Pfoten ein unangenehmer Untergrund, der gleichzeitig den Blick auf den sicheren Boden freigibt, der sich mit jeder Stufe weiter entfernt.
Geduld, gutes Zureden und vor allem Vertrauen zwischen Hund und Mensch sind es, die letztlich helfen die Stufen zu bewältigen.
Doch damit ist der Nachmittag nicht beendet.
In der Einzel-Halteranleitung bekommt jeder Aufgaben gestellt, die speziell auf die Hunde ausgerichtet sind.
Dazu widmet sich Sandra in einiger Entfernung zur Gruppe jeweils einem Hund und seiner Familie, während die anderen spielen oder in der Gruppe kleine Übungen machen. So kann die Trainerin auf den Charakter und Lernstand der Hunde und der Bindung zum Menschen eingehen.
Die Grundkommandos, wie „Sitz“, „Platz“ und „Fuß“, werden in verschiedenen Formen und Schwierigkeiten abgefragt und vor allem individuelle Probleme und Schwierigkeiten besprochen.
Bei Kaffee, Tee und einem Napf mit frischem Wasser lässt die Gruppe den Nachmittag schließlich ausklingen. Bevor alle müde, aber zufrieden in die unterschiedlichsten Richtungen aufbrechen, verteilt Sandra einen kleinen Zettel mit dem Treffpunkt für die nächste Woche und Unterlagen mit Tipps und Anregungen für Zuhause. Denn die Tücken des Alltags erwarten Mensch und Hund nicht auf dem Hundeplatz, sondern draußen, wo das Leben spielt.
Ein Bericht von Steffi Hünken und “Steini”
Danke!!!
Leider ist Steini dies Jahr von uns gegangen…